Werner Berges: Damals und heute

Werner Berges: Damals und heute

24. Juni - 26. August 2017


Die Würde des Mannequins

Mode und Rebellion, Eleganz und Aufsässigkeit, Etuikleid und Protestkultur prägen das Mikroklima, in dem sich in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts - deren künstlerische Strömungen augenblicklich vom internationalen Kunstmarkt wieder entdeckt werden - das Frühwerk von Werner Berges entfaltet. Es entsteht in der passionierten Auseinandersetzung mit den Motiven, formalen Finessen und der charakterischen Farbenverliebtheit jener Zeit. Unterdessen gehört der deutsche Maler und Pop-Art-Pionier nicht zu denjenigen, die ungestüm dem Establishment den Kampf ansagen: "Ich war immer davon überzeugt", sagt Berges, "dass man mit der Kunst nichts erreichen kann und das politische Statement keineswegs deren Aufgabe ist."

Zur diesjährigen durchpolitisierten und dadurch letztlich ästhetisch verarmten documenta wäre er kaum eingeladen worden. Indes wirkt gerade sein Bekenntnis zur epikureischen Kunstauffassung in unseren Tagen rebellisch. Bis heute widersetzt sich Berges erfolgreich dem Mainstream. "Kunstschaffen", verrät er, "hat für mich primär mit Freude zu tun. Ich bin ein lustvoller Maler." So entstand seine Spielart zur Kunstrichtung, die wir Pop Art nennen - der Berges-Pop.

- Dorothee Baer-Bogenschütz




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Real

Real

24. Juni - 26. August 2017


In der Ausstellung "real" werden Werke von Künstlerinnen und Künstlern gezeigt, deren Werke, Projekte und Arbeitsweisen während der Bauphase der DavisKlemmGallery in virtuellen Ausstellungen auf der Webseite der Galerie präsentiert wurden. Statt rein virtuell auf einem PC-Bildschirm oder einem Smartphone, sind nun Werke real im Studio der Galerie zu sehen.

In der Kunstszene wird schon seit Jahren über die Möglichkeiten und Grenzen des Internets diskutiert. Die wachsende Zahl der www-Plattformen, die sich mit Kunst beschäftigen, lässt jedoch ahnen, wie bedeutend das Internet inzwischen auch für die Kunst ist. Gleichzeitig bleiben Ausstellungen äußerst bedeutend - ob in Galerien, Museen, Kunstvereinen oder auf Kunstmessen. Reale Orte, wo der Betrachter vor der Kunst steht, diese sehen und erfahren/erleben kann, sind unverändert essentiell - gerade weil das reale Leben sich nicht durch virtuell Welten ersetzen lässt.




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