Virtuell 6: Barbara Storck-Brundrett
04. November - 31. Dezember 2016

Blick in die Ausstellung
Nicht kleckern, sondern klotzen.


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Blick in die Ausstellung

Virtuell 6: Barbara Storck-Brundrett

Barbara Storck-Brundrett bringt es auf den Punkt: Die Realität bietet einer Künstlerin so viel Stoff, dass sie voll aus dieser schöpfen kann. Heißt das, dass ihre Kunstwerke nur ein Abbild der Realität sind? Keineswegs. Storck-Brundrett verdichtet die Informationen, die sie im Supermarkt, in den Medien oder in der Natur aufnimmt, und erzählt mit ihren "Produkten" neue Geschichten ...

In ihrem Werk gibt es zwei große Werkgruppen: die "Unruhekissen" und die Tuben. Bei den Unruhekissen, die von der Form und ihrer Dreidimensionalität Kissen zu sein vortäuschen, handelt es sich um Leinwände, die eher in den Bereich der Alpträume als in den der süßen Träume abdriften. Während ein Ruhekissen zum Träumen einlädt, evozieren Barbara Storck-Brundretts Kissen Bilder von Unheil und Kuriosem: menschenleere Strände, an denen nur die Hinterlassenschaften der Strandbesucher zu sehen sind; Krokodile im Schwimmbad; schöne Blumen, die bei näherem Hinsehen, hungrige Mäuler als Fruchtblatt haben. Wie Träume, erzählen ihre Unruhekissen Geschichten. Und genauso wie Träume manchmal merkwürdige Zusammenhänge in Verbindung bringen, die einer Interpretation bedürfen und einen morgens nach dem Aufwachen rätseln lassen, so überlässt sie es dem Betrachter die Szene/den Tatort zu rekonstruieren.

Ihre Tuben sind viel direkter - und gleichzeitig ein Bluff. Auch sie sind dreidimesionale Leinwände - also keine Tuben im herkömmlichen Sinne. Sie geben vor, etwas zu enthalten, was es so nicht gibt, was man sich aber vielleicht wünscht - wie z.B. eine schnelle Lösung für ein dringendes Problem. Ihre Tuben sind sowohl ein Spiegelbild der Werbung mit ihren Versprechen als auch der Menschen mit ihrem Wunschdenken. Indirekt spricht sie unsere Verführbarkeit an. Der Erfolg von Teleshopping und populistischen Politikern beweist, dass viele Menschen es vorziehen, lieber nicht nachzudenken statt sich kritisch mit Versprechen und Inhalt auseinanderzusetzen.

Im Grunde ist die Realität manchmal ziemlich absurd. Satire und Humor sind Mechanismen diese Absurdität auszuhalten und diese mit Hilfe der Kunst auf den Punkt zu bringen.