Petra Scheibe Teplitz: Torffrei
26. August - 29. September 2018

Petra Scheibe Teplitz
Salamander (aus der Serie "Torffrei"), 2016-2017
Holz, Acrylfarbe, Plastiktüte, Firnis
50 × 50 × 5 cm
Unikat

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Petra Scheibe Teplitz - Salamander (aus der Serie "Torffrei"), 2016-2017, Holz, Acrylfarbe, Plastiktüte, Firnis

Petra Scheibe Teplitz: Torffrei

Vernissage am 26. August 2018,15.00 - 17.30 Uhr. Zur Einführung spricht Dr. Anett Göthe, Kunsthistorikerin, Frankfurt.

Die DavisKlemmGallery zeigt zum Auftakt der Kunstsaison 2018/2019 Werke zweier Frankfurter Künstler. Albrecht Wild hat an der an der Städelschule bei Thomas Bayerle und an der Slade School of Fine Art in London studiert. Petra Scheibe Teplitz absolvierte ihr Studium an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach und an der Nucleo de Arte Contemporaneo in Brasilien. Beide Künstler leben und arbeiten in Frankfurt. Das Schneiden, Dekonstruieren und neu Zusammensetzen haben die Arbeiten von Petra Scheibe Teplitz mit denen von Albrecht Wild gemeinsam. Sie setzt sich mit Materialien auseinander, die sonst wenig Beachtung finden und oft als Wegwerfprodukte gesehen werden.

„Torffrei“ ist der Titel ihrer Ausstellung, die im Obergeschoss der Galerie präsentiert wird. Der Titel bezieht sich auf eine ihrer neueren Werkgruppen, die aus Einkaufstaschen oder Verpackungen aus Kunststoff entsteht. Mit großer Sorgfalt und Präzision schneidet sie das Material auseinander, um es danach in einem Raster auf einen Holzträger aufzubringen. Die strenge Geometrie ihrer Arbeiten steht im Gegensatz zum Wort- und Bildwitz der von ihr verwendeten Materialien und Motive.

Für ihre Werkgruppe „Tempo“ nimmt die Künstlerin als Grundmaterial die Verpackung von Tempotaschentüchern. Die Zellophanhüllen werden zu Bändern umgearbeitet und zusammengeflochten. So entsteht ein Flechtwerk, das von der Geometrie, den blau-weißen Linien und Mustern, der Wiederholung und damit der Aufforderung lebt, sich zu beeilen („tempo, tempo!“).

Ihre Collagen aus Schießscheiben wirken wie ein Kaleidoskop, erinnern aber auch an die Test-Bilder aus der Anfangszeit des Fernsehens. Auch Referenzen an Konstruktivismus und Op-Art sind erkennbar. Strenge Geometrie trifft auf spielerisches Experimentieren. En passant zerstört die Künstlerin den eigentlichen Zweck ihres Arbeitsmaterials, nämlich eine Zielscheibe zu sein, und verwandelt diese in ein optisches Flimmern, das gleichzeitig hypnotisierend wirkt.

Die Hinwendung zum Trivialen, zu Massenprodukten und Konsumartikeln erinnert an die Pop Art (z.B. die Campbell’s Suppendosen von Warhol); gleichzeitig fügt Petra Scheibe Teplitz neue Aspekte hinzu. Hier geht es nicht um die Abbildung eines Produktes, sondern um dessen Abstrahierung, die aber auch von einer neuen Strenge und Ordnung lebt.