Virtuell 5: Steve Johnson - What is seen and what is made
01. September - 31. Oktober 2016

Blick in die Ausstellung
Reiterdenkmal aus Bronze, Seine königliche Hoheit George, Herzog von Cambridge, Whitewall, London SW1.


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Blick in die Ausstellung

Virtuell 5: Steve Johnson - What is seen and what is made

Ein Grundgedanke hinter den Arbeiten des englischen Künstlers Steve Johnson ist seit über drei Jahrzehnten die Vorstellung von Architektur als Metapher. Johnson beobachtet städtische Landschaften mit ihren Straßen und öffentlichen Verkehrswegen, mit ihren Wahrzeichen und verschiedenen Gebäudetypen. Aus diesen Beobachtungen entsteht seine Kunst.

Beobachten und Sehen ist das eine; ein Kunstwerk zu schaffen etwas völlig anderes.

Johnsons kreativer Prozess beinhaltet das In-sich-Aufnehmen der Beobachtungen, um danach metaphorischen Inhalt künstlerisch umzusetzen. Die Veränderungen, die der Künstler vornimmt, sind seine künstlerische Freiheit. Johnson bezeichnet diesen Prozess als eine "Konkretisierung der Gedanken".

In seinem Fall sind die Recherchen zu einem Kunstwerk häufig Fotos. Das Kunstwerk, das an die Realität angelehnt ist, ist meistens eine Skulptur, die Johnson eigenhändig in seinem Atelier herstellt.

Die folgende virtuelle Ausstellung auf unserer Webseite bietet die Möglichkeit, den Unterschied zwischen der Realität als Impuls im Vergleich zu realsierten Kunstwerken zu zeigen.

Die Übersetzung/Transformation alltäglicher Erfahrungen in eine visuelle Sprache kann eine der Aufgaben des bildenden Künstlers sein. In dieser Transformation liegt die Kunst - gerade heute, wo jeder, der ein Smartphone besitzt, auch Fotograf ist.

Das Transformieren involviert Kunstgriffe, Täuschung, Übertreibung, das Hinzufügen und das Weglassen und kann dramatisch, geistreich, schockierend, politisch oder melancholisch sein. Es kann eine beliebige Anzahl abstrakter Gedankenvorgänge verkörpern. In Johnsons Fall sieht die Kunst, die er kreiert, nie aus wie das, was er in der realen Welt gesehen hat. Die Transformation kann manchmal sehr geradlinig sein - einfach und direkt, ohne Interpretationsschierigkeiten. Manchmal kann sie auch indirekt sein, was eine einfache Erläuterung oder das Verständnis eines Werks erschwert.

Das Weglassen und die Vermischung von Informationen aus den vielen Fotovorlagen kann ein Teil der Transformation sein. Es illustriert aus das subjektive Treffen von Entscheidungen seitens des Künstlers. Seine Arbeitsmethode hat nicht das Ziel, einen real existierenden Ort nachzubauen oder ein Architekturmodell für ein künsftiges Gebäude zu liefern.

Johnsons Arbeiten sind Psychologiemodelle in drei Dimensionen. Man könnte auch sagen, dass seine Werke den Unterschied zwischen einer urbanen und einer imaginären Landschaft beschreiben, zwischen "landscape" und "mindscape". Wer mag beurteilen, welche realer ist?

Der Künstler bedankt sich bei Peter Cattrell, Marius Domkus, Martin Pfahler, Stephen Robson und Ulrike Kutschera für ihre Fotos, durch die "Virtuell 5" realisert werden konnte.