Höher, schneller, weiter
01. Oktober - 20. November 2021

Konrad Winter
Der Kaiser kommt, 2017
Autolack auf Aluminium, manuelle Malerei
120 × 160 cm
Unikat

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Konrad Winter - Der Kaiser kommt, 2017, Autolack auf Aluminium, manuelle Malerei

Blick in die Ausstellung

Werke

Höher, schneller, weiter

Die Galerie ist in der Woche vom 8. bis 14. November geschlossen wegen unserer Teilnahme an der Messe der Luxembourg Art Week. Gruppenausstellung mit Werken u.a. von Günter Beier, Werner Berges, Michael Craig-Martin, Katharina Gierlach, Nikolaus Jungwirth, Julian Opie, Hein Spellmann, Charlotte Trossbach, Albrecht Wild und Konrad Winter.

Während des Lockdowns ist das Gehen für viele zur neu entdeckten Sportart geworden. In zahlreichen Artikeln ist in den letzten Monaten darüber geschrieben und philosophiert worden, wie das Gehen zur Entschleunigung des Lebens während der Pandemie passt. "Höher, schneller, weiter" - dieser Appell nach Leistungssteigerung an die Athleten und Athletinnen der olympischen Spiele, wirkt dagegen nach dem Lockdown fast fremd.

Zwischen dem Blick vom Fernsehsessel und dem Spaziergang um die vier Ecken, zwischen Hochleistungssport (inklusive Blutdoping – Hein Spellmann) und der Ikonisierung von Athleten (Albrecht Wild) – die Bandbreite der präsentierten Werke spiegeln einen oft humorvollen Blick der Künstler und Künstlerinnen auf das Thema Sport. Während Katharina Gierlachs Perspektive sich von den Stadionrängen bis hinter die Fernsehscheibe verschob, scheint sich Charlotte Trossbach mit den Schwimmern im Wasser zu befinden. Die kraftvolle Bewegung eines Schwimmers durch das Wasser, das sich durch die Wasserspannung wie eine zweite Haut über seinen Körper bildet, zeigt Trossbach in fotorealistischem Malstil (Butterfly Berlin, 2021, Öl auf Leinwand). Günter Beier widmet sich in Öl einem Bolzplatz für die Modeleisenbahnanlage. Dagegen schweben die Leichtathlet*innen auf den Lithographien von Peter McDonald über die Stange und bis in den Himmel. Julian Opies Skulpturen schweben in ähnlicher Weise auf ihren Sockeln, nur ihre Bewegung ist weniger elegant und wirkt selbst in der Statik unbeholfen. Einen Schritt weiter geht Michael Craig-Martin bei seinen Siebdrucken: hier schweben nur noch Sportbälle isoliert im farbigen Raum, ohne Bewegung.

Die Werke in der DavisKlemmGallery fangen einen Willen zur Bewegung ein, der dem Stillstand vieler Pandemie-Erfahrungen entgegensteht. Die Ausstellung bildet einen Gegenpol zur Eintönigkeit, sowohl was den Wunsch nach Bewegung als auch nach Kunst, Farbe und neuer Energie betrifft. Selbst der einzelne leuchtend grünen Tennisball strahlt Farbe und Energie aus: ein Eindruck, den die gesamte Präsentation bietet.